Ein "Spin-Off" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
18. Jahrgang (2015) - Ausgabe 5 (Mai) - ISSN 1619-2389
 

Weltrisikobericht - Katastrophenpotenzial von 173 Staaten berechnet

Bonn - Mit einem Wert von 32 Prozent ist das Risiko, Opfer von Naturgefahren oder des Klimawandels zu werden, im Inselstaat Vanuatu (Pazifik) am größten. Demgegenüber hat Katar mit 0,02 Prozent das geringste Risiko aller 173 untersuchten Ländern. Deutschland liegt mit einem Wert von 2,96 auf Platz 150. Das geht aus dem Weltrisikobericht 2011 hervor, den das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen in Bonn im Auftrag des Bündnis Entwicklung Hilft erstellt hat.

Inwieweit sich aus extremen Naturereignissen tatsächlich Katastrophen für ein Land entwickeln, hängt nach Ansicht der Wissenschaftler nicht allein von den meteorologischen oder geologischen Gegebenheiten ab. Entscheidend sind auch die sozialen Strukturen - beispielsweise der Grad an Bildung und die Funktionsweise staatlicher Einrichtungen. So ist ein Land wie Holland einer vergleichsweise hohen Gefährdung ausgesetzt. Doch auf Grund seiner sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Situation ist es im Risikoranking vergleichsweise gut positioniert.

Auch das Bewusstsein für eine stärkere Katastrophenprävention soll durch den Weltrisikobericht geweckt werden. Wie notwendig diese ist, belegen nach Ansicht der Wissenschaftler auch die Erdbeben in Haiti (2010) und Japan (2011). Während beim Erdbeben der Stärke 9,0 in Japan rund 25.000 Menschen starben, waren es in Haiti bei einem Erdbeben der Stärke 7,0 rund 220.000. Diese Unterschiede sind nach Ansicht der Wissenschaftler insbesondere der höheren Bewältigungs- und Anpassungskapazität sowie den umfangreichen Präventionsmaßnahmen Japans (z.B. im Baurecht) geschuldet.

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Stand der Informationen: 15. Juni 2011.


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